PQB-Impuls: Jedes Team ist anders – jedes Team ist gleich

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Vorbildliche Interaktion im Team hat eine große Bedeutung für die pädagogische Qualität am Kind. Auch wenn jedes Team anders ist, stehen alle vor der gleichen Herausforderung: Wie kann gute Interaktion im Team trotz Zeitdruck und Stress gelingen?

Erfolgreiche Kita-Teams erkennen in ihrer kollegialen Zusammenarbeit ein Merkmal pädagogischer Qualität. Dabei setzen sich die Fachkräfte dafür ein, die pädagogische Interaktionsqualität in der Kita voranzubringen. Im Team werden beispielsweise Abläufe, Planungen und Einzelsituationen kritisch hinterfragt oder Aufgaben so verteilt, dass positive Interaktionsräume mit Kindern entstehen können und dass sich eine professionelle Feedbackkultur innerhalb des Teams etabliert.  
 

Erwachsene als Vorbild

In der Arbeit mit Kindern wirkt der Erwachsene immer als Vorbild. Dessen Einstellungen und (Mikro-)Impulse werden von Kindern wachsam beobachtet. Kinder leiten daraus für ihre eigene Weltanschauung „vorbildliches“ Verhalten ab. Und nicht zuletzt definieren Kinder ihren eigenen Wert durch die Reaktionen und Rückmeldungen der Erwachsenen. In dieser Verantwortung steht sowohl die einzelne pädagogische Fachkraft als auch das Kita-Team insgesamt.

Impulse zum Weiterdenken: Bindung, Selbstbild, Resilienz

 

Positive Entwicklungsdynamik

Im Sinne einer „lernenden Gemeinschaft“ muss sich ein Kita-Team stetig weiterentwickeln. Deshalb ist es sinnvoll, eine positive Entwicklungsdynamik in Kita-Teams anzustoßen. Dabei werden die Ressourcen der einzelnen Teammitglieder eingesetzt und es wird gemeinsam an einer Weiterentwicklung der pädagogischen Qualität gearbeitet. Pädagogischen Fachkräften in Kitas obliegt die Verantwortung für eine entwicklungsunterstützende Begleitung eines jeden Kindes. Aus diesem Grund hat eine erfolgreiche Teamarbeit besonderen Stellenwert in der Entwicklung der pädagogischen Interaktionsqualität einer Kita.

Impulse zum Weiterdenken:Gemeinschaftserleben, Kommunikationsfähigkeit, Selbstwirksamkeit

 

Reflexionsansätze

Im Qualitätskompass (Blickwinkel IV, Bereich G, Vorbildliche Interaktion im Team)1 werden hilfreiche Impulse gegeben, die eigene Teamarbeit vor dem Hintergrund pädagogischer Qualität zu hinterfragen. Durch die Beschreibung gelingender Pädagogik werden im Qualitätskompass Impulse für die Reflexion der einzelnen Fachkraft sowie des gesamten Kita-Teams angeboten.

Beispiel Item 255:
„Die pädagogische Kraft lebt Kindern vor, wie sie positive Beziehungen zu Kolleg:innen aufbaut und aufrechterhält.“  

Diese Beschreibung gelingender Pädagogik lädt die Fachkraft ein, ihre eigenes Verhalten kritisch zu hinterfragen. Der Qualitätskompass erläutert nun den Impuls mit Beispielen: „z. B. sie unterstützt eine neue Kollegin, so dass diese gut ankommen kann; sie löst Konflikte konstruktiv und spricht Unklarheiten direkt mit der Kollegin einfühlsam und zeitnah an; …“. Damit unterstützt der Qualitätskompass die Fachkraft bei deren Selbstreflexion bzw. das Kita-Team bei der kritischen Hinterfragung der Zusammenarbeit.        

Wichtige Reflexionsansätze können sein:

  • „Gestalte ich aktiv positive Beziehungen zu meinen Kolleg:innen? Auch zu denen, die mir nicht liegen?“
  • „Reden wir im Team ehrlich und einfühlsam miteinander oder reden wir hinten rum?“
  • „Was brauche ich, um mit meinen Kolleg:innen gut zu interagieren? Was gebe ich der Kolleg:in, damit sie gut mit mir interagieren kann?“
  • „Was sieht das Kind, wenn es uns Erwachsene in der Interaktion beobachtet? Welches Modell geben wir für das Kind ab? Welches Modell möchten wir abgeben?“
  • „Welche Kolleg:in bitte ich, mich im Umgang mit den Kindern und dem Team zu beobachten und mir eine ehrliche Rückmeldung dazu zu geben?“

Mit diesen und vielen weiteren Impulsen stellen die Merkmale im Qualitätskompass einen hohen Anspruch an die Professionalität der Fachkräfte in Kitas.

Impuls zum Weiterdenken: Fachkräfte als Expert:innen für Bildungs- und Beziehungsarbeit

 

Entwicklung wieder in Gang setzen

Arbeitsteams können in einen Problem-Teufelskreis geraten. Im Problem-Teufelskreis scheint das Problem für die Teammitglieder übermächtig zu sein und die Möglichkeiten, Verbesserung herbeizuführen, dagegen unwahrscheinlich. Oftmals haben diese Teams den Glauben an ihre eigenen Kräfte verloren. In der täglichen Zusammenarbeit in diesen Teams findet dies nicht selten Ausdruck in schädlichen Verhaltensweisen wie z. B. unangemessener Umgangston, Verweigern kollegialer Unterstützung oder auch hohem Personalausfall.

Teams in diesem Zustand hilft das Besinnen auf eigene Erfolge und die Beschäftigung mit neuen positiven Zukunftsperspektiven. In der Umformulierung von Problemen zu neuen Zielen, durch das Erreichen von Teilerfolgen und der Erkenntnis eigener Selbstwirksamkeit, werden im Team Ressourcen wiederenddeckt. Dieser Denkansatz kann die lösungsorientierte Entwicklung des Teams wieder in Gang setzen (Reteaming-Ansatz).

 

PQB unterstützt Teams durch zielgerichtete und auf Nachhaltigkeit ausgelegte Prozessbegleitung bei der Weiterentwicklung vorbildlicher Interaktion im Team.
Wenden Sie sich gerne an uns!

1https://www.ifp.bayern.de/imperia/md/content/stmas/ifp/pqb-qualitatskompass_september_2020.pdf 

 

Der Beitrag wurde verfasst von Daniela Franz und Gabriele Vaßholz, PQBs beim evKITA.
 


Dieser kurze Impuls soll Ihnen einen konkreten Eindruck vermitteln, an welchen Themen und mit welchen Methoden Sie mit Ihrer/m PQB arbeiten können.

Dieses Projekt wird aus den Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit, Familie und Soziales gefördert.

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