PQB-Impuls: Videointeraktionsberatung nach Marte Meo - Ein Selbstreflexionsinstrument für alle pädagogischen Fachkräfte

|   BeratungPädagogische PraxisAktuelles

„Marte Meo“, aus eigener Kraft. So heißt ein Konzept, das in Holland von Maria Aarts entwickelt wurde. Dabei werden Kinder und pädagogische Fachkräfte in Alltagssituationen gefilmt. Im Anschluss erhalten die Teilnehmenden ein sogenanntes Review (Videofeedback) mit einem ausgebildeten „Marte Meo“-Experten.

Diese Methode dient dazu, die Interaktionsqualität in der Kita sehr praxisnah zu reflektieren. Im Fokus steht dabei, den Blick der pädagogischen Fachkräfte für die eignen Stärken sowie das eigene Entwicklungspotential zu öffnen. So können neue Aufgaben und Ziele für einen nächsten Entwicklungsschritt im Rahmen der pädagogischen Arbeit gefunden werden. Diese neugewonnenen Impulse werden im Anschluss in die Praxis umgesetzt. So werden Erfahrungen aus dem Alltag als Reflexionsgrundlage in der nächsten Beratungseinheit genutzt. Dieses wertvolle Instrument dient auf wunderbare Weise der Selbstreflexion und ermöglicht somit einen Blick auf sich selbst und die eigene Weiterentwicklung auf vielen Ebenen. Die Kombination der Marte Meo-Methode mit dem PQB-Qualitätskompass des ifp kann die pädagogische Praxis in Kitas verändern und weiterentwickeln.

Die „Marte-Meo“-Methode wird auch im Rahmen der Pädagogischen Qualitätsbegleitung des evKITA genutzt (vgl. auch PQB-Impuls: Marte Meo – „Kraft der positiven Bilder“ https://www.evkita-bayern.de/magazin/magazin-detail/pqb-impuls-marte-meo-kraft-der-positiven-bilder).


Erfahrungen aus der Praxis

Als Pädagogischer Qualitätsbegleiter habe ich einige Fachkräfte dazu befragt, wie sie das Arbeiten mit „Marte Meo“ wahrgenommen haben und welche Erfahrungen sie mit der Methode gemacht haben.

Das wertschätzende Feedback des Marte-Meo-Experten beim „Review“ – also beim gemeinsamen anschauen der Videosequenz – wurde positiv wahrgenommen. Das Feedback ist wichtig, um sich an das Erkennen von Entwicklungspotenzialen zu gewöhnen – bei sich selbst oder beim Kind. Aber besonders hervorgehoben wurde die große Chance zur Selbstreflexion. Die Methode schult den positiven Blick auf sich selbst: „das habe ich gut gemacht; da kann ich mich weiterentwickeln“. Das sind wir in unserer derzeitigen Kultur der Fehlersuche kaum gewöhnt. Die Selbsterkenntnisse können im Team und bei der einzelnen Fachkraft viel ins Rollen bringen und die Persönlichkeit stärken – das wurde auch von den Fachkräften so beschrieben. Wenn ich etwas selber erkenne und reflektiere ist es viel einfacher in die Praxis zu übertragen als wenn mir jemand von außen sagt, wie ich es machen soll.
 

Mein Fazit

„Marte Meo“ ist eine tolle Methode zur positiven Selbstreflexion. Auch als Marte-Meo-Experte bin ich immer wieder positiv überrascht darüber, dass man aus einer sehr kurzen Videosequenz so viel lesen und auswerten kann – und dass es den Fachkräften und Teams so viel bringt. Wenn man die Methode im Team „geübt“ hat, könnte man häufiger mit Videoaufzeichnungen arbeiten, denn man kann in kurzer Zeit sehr viel über die eigene Arbeit erfahren.

Einige Aussagen der pädagogischen Fachkräfte zu ihren Erfahrungen mit Marte Meo finden Sie weiter unten auf der Seite.  

Der Beitrag wurde verfasst von Sebastian Pabst, PQB beim evKITA.


Dieser kurze Input soll Ihnen einen konkreten Eindruck vermitteln, an welchen Themen und mit welchen Methoden Sie mit Ihrer/m PQB arbeiten können.

 

Das sagten pädagogische Fachkräfte zu ihren Erfahrungen mit Marte Meo:

 

Wie war für mich die Teilnahme an der Videointeraktionsberatung nach Marte Meo?

  • Es war eine spannende Beratungseinheit. Man hat viele Tipps und Anregungen in einer lockeren Atmosphäre erhalten.
  • Sehr interessant, hilfreich für die Selbsteinschätzung und Selbstreflexion.
     

Was waren für mich neue Erkenntnisse bzw. was konnte ich von der Erfahrung mitnehmen?

  • Neue Erkenntnisse waren für mich, dass man unbewusst schon richtig handelt. Dass sehr wichtig ist, die Kinder wahrzunehmen, sie sprachlich und emotional zu begleiten, zu unterstützen und sie zu bestärken.
  • Wie wirke ich in meinem Alltag auf die Kinder? Wie reagieren (Blickkontakt, Mimik, Gestik, Sprache) die Kinder auf mich?
     

Was hat es für das Interaktionsverhalten mit den Kindern gebracht?

  • Sich an den Stärken der Kinder orientieren und herausfinden, wo es in der Entwicklung noch Unterstützung benötigt. Dazu brauche ich als Fachkraft eine große Empathie.
  • Ich gebe dem Kind die Gelegenheit und Zeit etwas selbst zu tun und begleite das Kind in seinem Tun. Ich begleite motiviere und bestärke die Kinder.
     

Was konnte ich für die pädagogische Arbeit mit den Kindern mitnehmen oder verändern?

  • Sich Zeit für die Kinder nehmen, ihre Initiativen wahrnehmen, beobachten und sich nach dem Verhalten der Kinder richten. Die eigene Körpersprache von mir und den Kindern beachten.
  • Für die päd. Arbeit konnte ich mitnehmen, dass es wichtig ist dem Kind viel Zeit zu geben. Dabei ist es wichtig, dass ich selber geduldig bin. Ebenso, dass ich schaue wo das Kind gerade entwicklungstechnisch steht und in welchem Bereichen es noch Unterstützung braucht.
  • Die Sichtweise meiner Arbeit bewusster wahrnehmen (Blickkontakt halten, geeignete Wortwahl, Sprachvorbild sein, abwarten können, Kind Raum geben)
     

Wie erlebte ich das Review (Reflexions-Gespräch mit PQB) in der Kita?

  • Ein gegenseitiges Austauschen von Informationen, ein angenehmes Feedback. Jeder Teilnehmer hatte Gelegenheit sich zu äußern.
  • Sehr positive Rückmeldungen der einzelnen Mitarbeiter untereinander und auch vom PQB. Durch Kollegen und PQB wurden kleinste Interaktionsmomente analysiert und dann eine wertschätzende Rückmeldung weitergegeben.
     

Welche Wirkung/Effekt hatte diese Beratung auf mich?

  • Bewusstere Selbstreflexion im Kita-Alltag und ich habe positive Bestätigung erhalten.
  • Ich fühlte mich in meiner pädagogischen Arbeit bestärkt. Ich kann die Marte Meo Methode gut nachvollziehen.
     

Was konnte ich durch die Videointeraktionsberatung mit dieser Methode lernen?

  • Wie wichtig Empathie und Wertschätzung im Umgang mit den Kindern ist. Die Initiative vom Kind abwarten und verstehen. Nicht gleich eine Lösung dem Kind vorschlagen, sondern es Schritt für Schritt zur Lösung hinführen. Das Kind soll selber seinen Weg finden. Wie man das Kind Schritt für Schritt in der Interaktion begleiten kann.
  • Es tut gut die positiven Seiten meiner Arbeit zu sehen aber auch Anregungen erhalten, wie ich individueller auf das Kind eingehe. Ich kann jetzt eine gute Balance finden zwischen, Hilfestellung bei Kindern, Fordern und Fördern, Zutrauen und Loslassen.

 

 

 

zurück