Hoffnung entsteht nicht von selbst. Sie braucht Räume, Beziehungen und verlässliche Orte, an denen Menschen Vertrauen, Sinn und Resilienz entwickeln können. Evangelische Bildung eröffnet solche Erfahrungsräume – in der Kita, in der Schule oder auch in der Erwachsenenbildung. Das Podium machte deutlich, wie wichtig es ist, den Blick auf das zu richten, was Menschen brauchen: Beziehung, Resonanz, Anerkennung, Orientierung, Deutung, Mitgestaltung und Gemeinschaft. Dabei wurde Bildung von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter über alle Bildungsorte hinweg betrachtet. Neben Cornelia Blendinger (evKITA) waren Dr. Jürgen Belz (RPZ Bayern), Christine Falk (Wirkstatt evangelisch Forum Familie, eaf bayern), Ute Wania-Olbrich (Ev. Schulstiftung), sowie OKR Stefan Blumtritt auf dem Podium zu Gast.
„Hoffnung bedeutet in biblischem Sinne vertrauensvolle Erwartung. Wenn wir über Hoffnung sprechen, lohnt sich der Blick ganz an den Anfang. Was brauchen Menschen, bevor sie überhaupt entscheiden oder gestalten können? Wie entstehen Vertrauen und Hoffnung? Welche Rolle spielen Beziehung und Verlässlichkeit? Evangelische Kitas bieten Schutz- und Erfahrungsräume, in denen sich Kinder entwickeln können. Zugleich erreichen wir hier Familien und wirken in den Sozialraum hinein“, so Cornelia Blendinger.
Die Akteure auf dem Podium teilten ein gemeinsames Bildungsverständnis: Nicht erziehen, sondern Vorbild sein, Menschen stärken, so dass sie selbst wiederum Hoffnung weitergeben können. Die Bildungsakteure auf dem Podium verband sowohl der Blick auf den einzelnen Menschen, als auch die Bibel als gemeinsames Wertefundament.
„Es ist wichtig, mit dem Herzen hinzuhören: Was brauchen Menschen – Kinder, aber auch Erwachsene. Wir müssen mehr mit den Menschen reden und weniger über sie“, so Blendinger.
Genau hierfür bot der Kirchentag die passenden Rahmenbedingungen. Bei bestem Wetter war auf dem 75. Bayerischen Kirchentag viel Gelegenheit für Vernetzung und Austausch: „Der Ausblick vom Hesselberg, der Posaunenchor, die herzliche Stimmung – das ist schon eine ganz besondere Atmosphäre bei der ein bisschen Urlaubsstimmung aufkommt. Regionalbischöfin Gisela Bornowski hatte in ihrer Predigt gewünscht, die Menschen sollten mit mehr Hoffnung vom Berg gehen, als sie gekommen sind. Das ist bei mir definitiv der Fall“, so das Fazit von Cornelia Blendinger.


