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Was uns wirklich wichtig ist - Erziehungspartnerschaft zwischen Kita und Eltern

|   Pädagogische PraxisAktuelles

„Erst im Rückblick fällt mir auf, wieviele positive Rückmeldungen wir von den Eltern bekommen“, meint Petra Sparn, Leitung der viergruppigen evangelischen Kita St. Markus in Kleinostheim. Auch wenn man die Eltern weniger sieht, sei die Erziehungspartnerschaft mit den Eltern gewachsen und auch das gegenseitige Vertrauen sei noch stärker geworden.

Das mag einerseits daran liegen, dass vielen Eltern jetzt anders bewusst wird, was eine gute Kinderbetreuung in der Kita ihnen abnimmt. Andererseits haben die Mitarbeitenden eine Chance, die Eltern anders wahrzunehmen, neue Facetten an den Persönlichkeiten zu entdecken.

Aus den Briefen und E-Mails der Eltern spricht viel Wertschätzung: „Allein, dass die Eltern sich die Zeit dafür nehmen. Ich lese sie den Kollegen und Kolleginnen in unserer morgendlichen Videokonferenz vor und merke: das motiviert das Team, sich noch mehr Neues für die Kinder und Familien auszudenken – das Feedback der Eltern ist ein toller Ansporn“, so Petra Sparn.

„Was macht uns aus?“
Die Kita St. Markus ist Medien-Kita im ifp-Modellversuch "Medienkompetenz in der Frühpädagogik stärken". Daher ist sie mit Tablets gut ausgestattet und die Mitarbeitenden hatten unter anderem mehrere Weiterbildungen zum Erstellen von Videos. Daher fand sich beim Beginn der Betretungsverbote sehr schnell eine kleine Gruppe zusammen, die für die Kinder und Familien Filme erstellt.

„Uns ist wichtig, dass man in den Videos merkt, was uns als Kita ausmacht, was uns wichtig ist. Wir möchten, dass die Kinder Menschen, Orte und Dinge wiedererkennen und gleichzeitig möchten wir den Eltern Anregungen geben und dabei zeigen, wofür wir stehen – danach werden die Themen der Videos ausgewählt“.

„Wir brauchen in der Kita kein Schild „Inklusions-Kita“, wenn man bei uns in der Kita ist spürt man: hier sind alle in ihrer Einzigartigkeit und Individualität willkommen.“ Das spiegelt sich auch in der Vielfalt der Mitarbeiterschaft wider. Die erkennt man in einem der Videos: Alle Mitarbeitenden lassen sich mit Kopfbedeckung und Maske filmen und die Kinder können anhand der Augen raten, wer die Person ist. Ein anderer „Inklusions-Gedanke“ findet sich in einem Video in dem ein Lied mit Gebärdenunterstützung begleitet wird.

In anderen Filmen geht es zum Beispiel um einen Ausflug in die Natur, auf Wegen, die die Kinder kennen, es wird Blütenhonig hergestellt oder ein Naturmandala gelegt. In den nächsten Videos wird man sehen können, wie die Köchin der Kita arbeitet und es wird einen Pfingstgottesdienst per Video geben. Dabei ist Petra Sparn aber auch die Qualität der Filme wichtig – und das sieht man den Produkten auch an.

Partnerschaft wächst
„Da derzeit keine Elterngespräche – in unserem Fall ressourcenorientierte Familiengespräche, an denen auch die Kinder teilnehmen – stattfinden können, haben wir uns etwas Anderes überlegt. In den letzten zwei Wochen haben wir Lerngeschichten über jedes einzelne Kind geschrieben. Woran erinnert sich die Erzieherin, wenn sie an das Kind denkt? Was hat ein Erzieher zusammen mit dem Kind erlebt, welche positive Lerngeschichte, welche Situationen fallen einem ein?“

Für die Eltern ist es oft nicht erfassbar, was eigentlich in der Kita passiert. Durch die Lerngeschichten bekommen sie hiervon einen Eindruck.

„Viele Eltern sind gerührt, dass jemand ihr Kind so positiv sieht und beschreibt,“ so die Kita-Leitung. Mit dem Brief an die Kinder entsteht ein Hinweis für die Eltern: Wie kann ich positiv auf das Kind schauen, wie kann ich vielleicht die Entdeckerfreude sehen, statt nerviges Ausräumen der Töpfe aus dem Küchenschrank? „Dadurch kann sich manchmal auch die zurzeit teilweise angespannte Beziehung zwischen Eltern und Kindern verändern, wenn es den Eltern gelingt einen anderen Blickwinkel einzunehmen oder zu reflektieren.“

Was bleibt?
„Für Einrichtungen, die jetzt in gutem Kontakt mit den Eltern sind, wird davon etwas hängen bleiben. Denn die Partnerschaft mit den Eltern hat sich eher vertieft als gelockert.“ Es bleibt bei den Eltern ein positives Bild von der Kita, das Grundvertrauen in die Einrichtung wird gestärkt, die Eltern sind zufrieden - das ist eine gute Basis für die weitere Zusammenarbeit.


Bei Interesse findet man den Youtube-Kanal hier

 

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