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Kitas geben alles – Aktuelle Vorgaben nicht zumutbar

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(Nürnberg 12.11.2020)  Völlig überraschend hat das Bayerische Sozialministerium gestern bekanntgegeben, dass der Drei-Stufen-Plan zur Öffnung der Kitas, der je nach Infektionsgeschehen regionale Begrenzungen der Öffnungszeiten ermöglichte, mindestens bis zum 30. November ausgesetzt wird. Ziel soll sein, dass trotz der Infektionslage die Kitas grundsätzlich offenbleiben. Die neuen Regelungen gelten ab sofort.

Wir begrüßen grundsätzlich den politischen Willen die Kindertagesbetreuung so lange wie möglich offen zu halten. Im ersten Lockdown hat sich ja deutlich gezeigt, wie wichtig die Kitas für die Kinder und Familien sind,“ so Christiane Münderlein, Vorständin Bildung und Soziales beim Evangelischen KITA-Verband Bayern.

Doch der plötzliche Wechsel der Vorgaben, wie die Öffnung umzusetzen ist, kam für die Kitas und ihre Träger völlig überraschend – hatten sie doch erst zum September mit den Eltern gemeinsam Pläne für eine Reduzierung der Betreuungszeiten und mögliche Notbetreuung schmieden müssen.

Bei Doris Seidl-Brenner, Geschäftsleitung für den Evangelischen Kindergartenverein Röhrmoos e.V. sorgt der aktuelle Newsletter für Entsetzen: „Innerhalb eines halben Tages wird mal eben der Drei-Stufen-Plan außer Kraft gesetzt - alles wieder auf Anfang. Wer immer für den Inhalt dieses Newsletters verantwortlich ist, hat meiner Meinung nach keine Ahnung was seit Monaten in den Kitas los ist. Es war vor der Pandemie schon kritisch mit dem Personalmangel und steigenden Anforderungen, aber die Pandemie hat uns auch pädagogisch vor neue Herausforderungen gestellt. Und jetzt sollen wir zwar weiter in festen Gruppen mit festem Personal arbeiten, aber für die Einhaltung der Öffnungszeiten darf Personal gruppenübergreifend arbeiten. Wir alle wissen, dass es nicht damit getan ist, dass Personal zwischen den Gruppen wechselt. Auch die Kinder müssen zumindest in den Randzeiten aus verschiedenen Gruppen zusammengefasst werden. Nur so reicht in der Regel das vorhandene Personal. Aber wenn wir zu solchen Regelungen gezwungen werden, könnten wir eigentlich ganz normal öffnen - auch wieder unser offenes Konzept zulassen. Im Ernstfall geht sowieso die ganze Kita in Quarantäne.“

Christiane Münderlein betont: „Die Kitas haben in den letzten Monaten alles Erdenkliche getan, um den Betrieb am Laufen zu halten und um Kindern und Eltern sowie dem Anspruch der Gesellschaft gerecht zu werden. Die Erzieherinnen und Erzieher arbeiten mit enormer Verantwortungsbereitschaft und großem Engagement. Mit den neuen Vorgaben wird aber das leistbare Limit überschritten.“

Empörend ist am meisten der Kommunikationsstil - und die Ignoranz der Lage vor Ort“, so die Vorständin weiter. „Die im Newsletter gemachten Vorgaben, feste Gruppen zu bilden und sogar bei reduzierten Personalkapazitäten die vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten einzuhalten, sind völlig realitätsfern. Wer in dieser Situation die Kinderbetreuung sichern und stützen möchte, muss die Arbeit in den Einrichtungen erleichtern und kann sie nicht durch solche Vorgaben zusätzlich erschweren.“

Wenn wir die Kindertagesbetreuung so lange wie möglich aufrechterhalten wollen, benötigen wir jetzt von der Politik die Rückendeckung, auch Betreuungsumfänge einschränken zu können, ohne förderschädliche Auswirkungen hinnehmen zu müssen.

In dieser Situation wird wieder einmal deutlich, dass das Arbeitsfeld Kita bessere Rahmenbedingungen braucht: Eine bessere finanzielle Ausstattung, mehr Personal und mehr Unterstützung von Politik und Behörden.

 

Aktuell vertritt der evKITA 800 Träger. Derzeit bieten evangelische Kitas bayernweit rund 92.000 Plätze in ca. 1.450 Einrichtungen an. Er vertritt die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern, das Diakonische Werk Bayern und seine Mitglieder in allen Fragen, die Tageseinrichtungen und Tagespflege für Kinder betreffen.

 

Die Pressemitteilung als pdf-Datei zum Download

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